Jahresthema 2015: Vielfalt

Welche Bedeutung hat Vielfalt für Natur und Umwelt,
aber auch für unser gesellschaftliches Miteinander
einschließlich der Wirtschafts- und Arbeitswelt?
Wie steht es um Diversität in unserem Leben und welche
Rolle spielt sie im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung?
Ist Vielfalt Problem oder Chance, kann sie gar beides sein?
Begleite uns auf der Suche nach möglichen Antworten.
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Kochen auf afghanisch:
Weit mehr als nur ein kulinarisches Erlebnis

Workshop | Bürgerhaus Billings | Samstag, 21.03.2015, 15:00 Uhr

Schon beim Betreten des Bürgerhauses in Billings war alles irgendwie anders als sonst. Bereits im Foyer standen frischer Tee und süße Köstlichkeiten zur Begrüßung der Gäste bereit, der Saal selbst war ebenso liebe- wie geschmackvoll dekoriert, die Tische festlich und stilvoll eingedeckt. Und über allem schwebte ein feinherber, würziger Duft, gespendet von fernöstlichen Räucherstäbchen. Doch die Gäste hatten spontan noch weit mehr zu entdecken: einen Tisch mit ausgewählter Literatur über Afghanistan, das Land und seine Leute. Eine Ecke mit traditionellen und sichtbar älteren Gegenständen - mit handgeknüpften Teppichen, Gewändern, Kopfbedeckungen, Sitzgelegenheiten, einer Truhe und einem reich mit Schnitzereien verzierten hölzernen Gebetsbrett. Und schließlich ein weiterer Tisch mit sehr persönlichen Erinnerungen der Familie, die später noch im Detail vorgestellt werden sollten.

Es war der Zauber ferner asiatischer Länder, dem wir begegneten, zu verdanken der Familie Schabel, die bereits einen Tag zuvor damit begonnen hatte, alle Vorbereitungen für dieses heutige Ereignis zu treffen. Ein festliches Ereignis übrigens, ist doch der 21. März zugleich „Nouruz“, jener Tag, an dem in der persischen bzw. afghanischen Kultur das Neujahr gefeiert wird.

Nach einer herzlichen Begrüßung durch Fatana und Abdulquadir Schabel, bei der wir auch schon so manches über die afghanische Küche erfuhren, ging es zur Sache. Im Nu war die Küche im Bürgerhaus Billings gefüllt mit Menschen, alle voller Tatendrang und Entdeckungslust. Keine leichte Aufgabe für Fatana Schabel, dabei noch den Überblick zu wahren und alle erforderlichen Dinge zu koordinieren. Und das, obwohl sie tatkräftig von ihrem Mann, ihrem Bruder, drei Söhnen und einer Schwiegertochter unterstützt wurde.

Vielfalt in der Küche

Koriander, Safran, Kreuz- und Schwarzkümmel, Zimt, Kardamom, Nelken - es war eine Fülle sehr unterschiedlicher Gewürze und Kräuter, die alle zum Einsatz kamen. Da wurden Linsen und Kichererbsen eingeweicht, da wurden Pistazien, Mandeln, Walnüsse und Rosinen verarbeitet. Und eine ganze Palette farbenfroher, frischer Gemüse: Paprika und Peperoni, Auberginen und Lauch, Tomaten, Gurken und Möhren, rote und gelbe Zwiebeln. Außerdem dabei: Basmatireis, selbstgefertigte Teigtaschen namens Mantu sowie verschiedene Brotfladen. Schnippeln und schneiden, braten und brutzeln, rühren und rösten, kochen und dünsten, wiegen und würzen - die ganzen Vorbereitungen nahmen doch beträchtliche Zeit in Anspruch. Die allerdings wie im Fluge verging, denn dabei wurde nicht nur geschafft, sondern auch viel geredet und diskutiert, gescherzt und gelacht.

Kulinarisches und gesellschaftliches Ereignis

Nach und nach verbreiteten sich im Bürgerhaus wunderbare Düfte, die mehr und mehr Lust auf den gemeinsamen Essensgenuss machten. Gegen 18.00 Uhr trafen dann auch die weiteren Gäste ein, jene, die geladen waren, um nach getaner Arbeit am gemeinsamen Essen teilzunehmen. Und es wurde ein Festmahl, gänzlich ohne Alkohol, überaus verlockend angerichtet auf einem langen Büfett, an dem man sich dann gerne mehrmals bediente, um unbedingt auch von allen verschiedenen Gerichten zu kosten.

Fremdes Land und schwierige Verhältnisse

Im Anschluss gab Fatana Schabel ausführlich Einblicke in ihr Heimatland Afghanistan, in dem seit nunmehr fast vierzig Jahren instabile Zustände und Krieg herrschen: in seine geografische Lage, seine Landschaften, die Vielzahl dort beheimateter ethnischer Gruppen, die Säulen afghanischer Kultur. Und teilte ihre persönliche Sicht der Dinge mit uns. Insgesamt eine Fülle an Informationen und Meinungen, die sicher manche der Gäste motivieren wird, sich genauer mit diesem Land und den dortigen Verhältnissen zu beschäftigen, um sich persönlich ein genaueres Bild davon zu machen.

Besonders und doch normal

Erst gegen 21.00 Uhr ging dieser besondere Samstag langsam zu Ende. Ein Samstag, der kulinarischer Hochgenuss war. Und ein Samstag, der sehr unterschiedliche Menschen, die sich zuvor noch nie gesehen hatten, die das gemeinsame Machen, Reden, Essen und Feiern ganz selbstverständlich näher gebracht hat. Mit gegenseitigem Interesse und mit gegenseitigem Respekt. So gesehen eigentlich doch ein ganz normaler Samstag im Bürgerhaus Billings, oder? Und zur Nachahmung empfohlen.

Wir von Fischbachtal kreativ bedanken uns an dieser Stelle noch einmal herzlich bei Familie Schabel für ihr Engagement. Und bei allen TeilnehmerInnen und Gästen. Vielen Dank, dass ihr dabei wart.

Mehr Informationen:

Die besten Rezepte der afghanischen Küche bei

Hier ist unsere Einladung:

Kochen auf afghanisch:
wenn Naher und Ferner Osten verschmelzen

Workshop | Bürgerhaus Billings | Samstag, 21.03.2015, 15:00 Uhr

Das Essen sagt sehr viel über Völker und Kulturen. Es ist Ausdruck ihrer Lebenseinstellung, Mentalität und Emotionen. Orientalische Gerichte sind bunt, würzig und einfach zuzubereiten. In großzügigen Mengen hergestellt, werden diese Gerichte in der Gemeinschaft genossen.

Dieser Kochkurs wird angeboten von Fatana Schabel: "Ich möchte mit Ihnen und für Sie kochen, um Ihnen den Geschmack des Orients näher zu bringen." Am 21. März ist "Nauroz", das Afghanische Neujahr und hierzulande beginnt der Frühling. Dieses Datum nimmt Fatana Schabel zum Anlass einen Afghanischen Kochkurs anzubieten.

Afghanistan liegt in Zentralasien. Die afghanische Küche wurde von verschiedenen Kulturen beeinflusst. Die Indische Küche, die Osttürkistanische (liegt im heutigen China), die Persische und andere gaben der Afghanischen Küche ihre besondere Note.

Ziel des Kochkurses ist es – über das gemeinsame Zubereiten und anschließende Essen sowie den gemeinsamen Austausch hinaus - Ihnen die afghanischen Gerichte und die afghanische Kultur zu vermitteln. "Ich freue mich auf den Austausch mit Ihnen."

Erst gemeinsam kochen
und dann in großer Runde essen

Bei dem Kochkurs können nur bis zu 10 Personen mitmachen. Damit sich Viele an den leckeren Speisen erfreuen können, kann jede/r Teilnehmende bis zu 2 Personen einladen, die ab 18 Uhr zum gemeinsamen Essen kommen. (Bei Familien mit zwei oder mehr Kindern machen wir gerne bei der Anzahl eine Ausnahme.)

Bitte anmelden bis 15. März

Die Kosten für den Kochkurs betragen 15 Euro für jeden der kochenden Gäste.
Für die zusätzlichen Gäste zum gemeinsamen Essen sind 5 Euro pro Person zu entrichten.

Die Zahl der kochenden Gäste ist wegen der Größe der Küche auf 10 begrenzt. Deshalb bitten wir darum, dass du dich vorher anmeldest.

Bitte teile uns auch mit, wie viele Personen du zum Essen einlädst. Dann können wir die passenden Mengen vorbereiten.

Anmelden bitte bei Stephan Kühn,
Telefon 06166/9300-13 oder
stephan.kuehn@fischbachtal-kreativ.org

 

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